TU Dresden als Wohlfühl-Uni
In der Rangfolge der Gründe für die TUD steht ganz oben ein zu den eigenen Interessen passendes Fächerangebot. Gleich dahinter folgt schon ein weicher Standortfaktor, nämlich die "Atmosphäre" der Stadt Dresden, gefolgt von der Tatsache, dass hier noch keine Studiengebühren zu entrichten sind. Sowohl Studienangebot als auch das Dresdner Flair haben damit im Vergleich zu früher noch einmal an Bedeutung für die Wahl des Studienortes gewonnen. Deutlich weniger wichtig ist dagegen heute die Nähe zum Heimatort. Drei von vier Studierenden fühlen sich dementsprechend auch sehr wohl oder eher wohl in Dresden, nur sieben Prozent gaben an, sich eher oder sehr unwohl zu fühlen.
Die Ergebnisse entstammen einem Forschungs-Seminar von Master-Studierenden am Institut für Kommunikationswissenschaft der TUD unter Leitung von Prof. Wolfgang Donsbach. Mehr als 5.300 Studierende hatten einen umfangreichen Online-Fragebogen ausgefüllt. Zwar beteiligten sich damit nur 20 Prozent aller an der TUD eingeschriebenen deutschen Studierenden an der Befragung, doch die Fächerverteilung und einige andere statistische Merkmale sprechen dafür, dass die Ergebnisse repräsentativ sind.
Einen der Schwerpunkte der Befragung bildeten die neuen Studiengänge, die zum Bachelor und Master führen. Die Ergebnisse bieten hier ein deutlich schlechteres, zum Teil aber auch ein paradoxes Bild. Einerseits werden die neuen Studiengänge überwiegend abgelehnt, sowohl von denjenigen, die sie bereits selbst studieren als auch von den Studierenden der traditionellen Abschlüsse (Diplom, Staatsexamen und Magister). Wenn man zum Beispiel die neuen Bachelor- und Masterstudierenden fragt, ob sie lieber einen der alten Studienabschlüsse oder den Bachelor (bzw. Master) in ihrem Fach erwerben würden, dann würden 70 Prozent der Bachelor- und 63 Prozent der Masterstudierenden die traditionellen Abschlüsse bevorzugen. Umgekehrt klammern sich die Studierenden in den traditionellen Studiengängen mit über 90 Prozent an die alten Abschlüsse. Allerdings lässt sich nur bei den Diplomstudierenden dieser Konservativismus auch an Hand realer Erfahrungen im Studium nachvollziehen.
Die Magisterstudierenden beurteilen nämlich ihre Studiensituation viel schlechter als die Bachelor- und Masterstudierenden! Diese sind mit Studienorganisation, Lehre, Lehrenden und Praxisbezug durchaus zufrieden. Dagegen hat mehr als ein Drittel der so ihrem Abschluss nachtrauernden Magister schon einmal daran gedacht, das Studium abzubrechen. Hier scheinen sich in einigen der Ergebnisse mehr Image und hochschulpolitische Diskussionen als die reale Studiensituation niederzuschlagen.
Nicht überraschend ist das Ergebnis, dass Studiengebühren bei den Studierenden unpopulär sind und weniger als 20 Prozent diesen etwas abgewinnen könnten. Erstaunlicherweise würden aber zwei von drei Studierenden der TUD ihr Studium fortsetzen, auch wenn Studiengebühren eingeführt würden.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Dresden
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