Gesundheitstourismus und Barrierefreiheit an der Nordsee "pfiffig, modern und attraktiv"
Zudem soll das Thema Barrierefreit von den beiden Tourismusorganisationen und von ihren Mitgliedern stärker beleuchtet werden. Unter dem Motto "Gesundheitstourismus - eine Region stellt sich auf" legten die fünf geladenen Referenten mit ihrem Fachwissen und Praxisbeispielen wichtige Grundsteine für diese Projekte.
Mit über 150 Voranmeldungen zeichnete sich bereits im Vorfeld ein kleiner Besucherrekord beim diesjährigen Nordsee Tourismustag ab. So blieb im großen Konferenzraum des Columbia Hotels Wilhelmshaven kaum ein Stuhl frei. Aber nicht nur die Teilnehmerzahlen sondern auch die vielen kleinen Gespräche zwischen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Tourismus spiegeln die große Bedeutung des Themas für die niedersächsische Nordsee wider. Mit Thalasso-Angeboten der örtlichen Leistungsträger wird sich die niedersächsische Nordsee stärker als Wellness- und Gesundheitsdestination positionieren. Kein Wunder also, dass sich auch Hotelbetriebe diese Chance nicht entgehen ließen, um sich über Möglichkeiten und innovative Ideen rund um die Schaffung gesundheitstouristischer Angebote zu informieren.
Über eben diese "Chancen durch Innovationen" sprach gleich zu Beginn der Facharzt und Strategieberater Dr. Andreas Keck (KECK medical GmbH). Er stellte den Gesundheitstourismus als vielfältiges Geschäftsfeld vor und analysierte die potentiellen Zielgruppen unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung in Deutschland. Dabei ergeben sich für touristische Organisationen und Leistungsträger drei zentrale Herausforderungen: Die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Leistungen in den Segmenten Thalasso und Gesundheit, das Ausarbeiten von authentischen Alleinstellungsmerkmalen und die Nutzung neuer Vertriebs- und Kommunikationswege, wie bspw. Social-Media-Plattformen oder Applikationen (kurz Apps) auf mobilen Endgeräten.
Darauf aufbauend stellte Peter Hübner (Project M GmbH) das Projekt "Thalasso Nordsee" vor. Er sprach über die unterschiedlichen Interpretationen und Anforderungen der Marktteilnehmer an den Begriff Thalasso. "Den gibt es in ganz Deutschland (…), obgleich mit deutlichen Angebots- und Qualitätsunterschieden" so Hübner. Im weiteren Verlauf gab er einen Überblick über die thalasso- und gesundheitsorientierten Einrichtungen an der niedersächsischen Nordsee. "Einige Leuchttürme der Vermarktung gibt es bereits, dennoch fehlt eine klare gesundheitstouristische Orientierung." resümierte Hübner. Mit dem Projekt "Thalasso Nordsee" soll das nun nachgeholt werden.
Als eines der Vorzeigeobjekte an der Ostseeküste gilt das Hotel NEPTUN in Warnemünde. Ulrike Wehner, SPA-Managerin, stellte ihr Haus und das Thalasso-Angebot vor. Letzteres beschränkt sich auf ganz klassische Anwendungen wie Meerwasserbäder oder Körperpackungen. "Wir bieten keine hawaiianischen Bäder oder exotische Massagen an", betont Wehner. Das gut sortierte und stimmige Thalasso-Angebot des Hauses ist nicht zuletzt dem qualifizierten Personal zu verdanken. "Wir investieren jährlich eine große Summe, um unsere Mitarbeiter in diesem Bereich zu schulen", so Wehner. Qualität hat eben doch ihren Preis.
Über die Entwicklung vom klassischen Kurort zur themenorientierten Gesundheitsdestination referierte Alexander von Hohenegg, Städtischer Kurdirektor von Bad Wörishofen. Der Kneippkurort litt nach Änderungen im Gesundheitssystem an massiven Einbrüchen in den Übernachtungszahlen und musste sich selbst neu orientieren. Dabei galt es örtliche Übernachtungsbetriebe und Kureinrichtungen für die ungewohnten Anforderungen der sogenannten Privatzahler zu sensibilisieren. Neue Ideen gab es in den Jahren viele: Ob Marketinginitiative über den bayrischen Heilbäderverband oder Apps für die einzelnen Kurorte. Einer Sache ist sich Alexander von Hohenegg ganz sicher: "Gesundheit ist ein Ziel! Wir wollen alle gesund alt werden und sollten Prävention betreiben bevor es zwickt."
"Komfort und Service für alle Gäste" fordert Dr. rer. nat. Kai Pagenkopf im letzten Vortrag des Tages. Der demographische Wandel zeige, dass es immer mehr mobilitätseingeschränkte Menschen gebe. Die Definition von Barrierefreiheit sei dabei nicht zwangsläufig mit einer Mobilitätseinschränkung verbunden, sondern die Grundlage für service- und komfortorientierte Angebote für ältere Gäste aber auch Familien. "Wer fährt schon für ein barrierefreies Badezimmer in den Urlaub? Wichtig ist eine geschlossene barrierefreie Servicekette vom Wohnen und Schlafen über die Gastronomieangebote bis hin zur Infrastruktur" so Pagenkopf. Eben diese Serviceketten sollen zukünftig im Rahmen des Projekts "Barrierefreiheit" unter die Lupe genommen werden.
"Die Vorträge des heutigen Tages haben uns viele Chancen für die Region aufgezeigt. Den damit verbundenen Herausforderungen stellen wir uns gern", so Oliver Melchert, Geschäftsführer der Nordsee GmbH zum Abschluss der Veranstaltung.
Quelle: Pressemeldung Die Nordsee GmbH
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